Aus- und Weiterbildung für Kraftfahrer erstmals in Havelberg

„Ohne ernsthafte Unfälle oder größere Schäden verlief die Kraftfahrer-Aus- und Weiterbildung in Havelberg von Himmelfahrt bis einschließlich Abbau und Abreise am Sonntag“, atmet Übungsleiter Stephan Bosek erleichtert auf.

Das Lotsenfahrzeug vom THW-Ortsverband Berlin Reinickendorf.

Auch wenn das dreitägige Training bisweilen ganz schön anstrengend war wollen doch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim nächsten Mal wieder mitmachen.

Bei einer Rekordbeteiligung von 170 Helferinnen und Helfern aus elf THW-Ortsverbänden sowie fünf Freiwilligen Feuerwehren einschließlich Berliner Berufsfeuerwehr plus DRK ist die Bilanz überaus positiv.

Das volle Programm war so gestaltet, dass auch jene Teilnehmer mit der gebotenen Theorie sowie der Praxis etwas anfangen können, die nicht den Beruf eines Kraftfahrers ausüben. So standen gleich zu Beginn an Himmelfahrt acht Theorie-Themen auf dem Stundenplan. Dazu zählten u. a. Gefahrgut-Regelungen, Fahrphysik im Gelände sowie Sonder- und Wegerechte bei Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn.

Erfahrungsaustausch und Kameradschaft mit großem Lagerfeuer waren schon am ersten Tag ebenfalls zentrale Elemente auf dem Gelände der Elb-Havelkaserne in Nitzow unweit Havelberg. 
An den beiden folgenden Tagen Freitag und Samstag war Üben und nochmals Üben angesagt. „Die Kraftfahrer sollen die Ausmaße von Länge, Breite und Höhe ihres Fahrzeuges mit aller Selbstverständlichkeit im Gespür haben“, charakterisiert Reinickendorfs THW-Zugführer Bosek diese Aus- und Weiterbildungsphase. Ziel: Teure Schäden oder kompletten Fahrzeugausfall über längere Zeit vermeiden – von Unfällen mit Personen ganz abgesehen. Dazu wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen formiert. Für die eine waren in der Kaserne unterschiedliche Parcours mit Stationen der statischen Fahrsicherheit abgesteckt: u. a. Vorwärts- und Rückwärts-Fahrten sowie Wenden im engen Raum, Rangieren mit Anhänger.

Sehr beeindruckend war hier der Simulator der Polizei-Fachhochschule Brandenburg. Zwei Beamte erklärten sachkundig, wie wichtig ein korrekt angeschnallter Sicherheitsgurt ist, falls das Fahrzeug bei einem Unfall auf dem Dach liegen bleibt. Nicht minder überlebenswichtig ist dabei behutsames „Abseilen“ aus dem „Kopfstand“.

Fahren in schwierigem Gelände
Wie gehe ich mit dem Gaspedal um? Diese Frage stellt sich nach Einschätzung von Übungsleiter Bosek zur gleichen Zeit die andere Hälfte der Teilnehmer bei der Tour im Waldareal des Land-Wasser-Übungsplatzes der Bundeswehr. Holprige, rutschige oder sandige Wege mit Kurven, Steigungen oder Gefälle verlangten viel Geschick vom Fahrer hinter dem Lenkrad. Wie fahre ich rein und wie wieder raus aus einer Grube mit Wasser, war etwa an anderer Stelle zu meistern. Oder Übungen zum Fahren mit und ohne Einweiser.

Jeweils mit der Mittagspause wurden Aufgaben und Übungen getauscht. „Wir finden auf dem gesamten Bundeswehr-Gelände optimale Bedingungen vor“, würdigt Zugführer und Übungsleiter Bosek das sehr großzügige Angebot der Bundeswehr, das Areal Einheiten des Katastrophenschutzes zur Aus- und Weiterbildung zu überlassen. Beigetragen zum Erfolg haben außerdem das schwedische Unternehmen Volvo mit zwei LKWs sowie Sachverständige und Prüfer des Technischen Überwachungsvereins (TÜV).

Gespannt sind nun alle Beteiligten auf ein Video, das zwei Studenten der DEKRA Film- und Fernsehakademie von der Übung erstellen. 

Nach insgesamt vier Trainings zuvor in Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern) ist die Premiere in Havelberg gelungen. So möchte Übungsleiter Bosek in zwei Jahren gern erneut in Havelberg Kraftfahrer schulen.

20.05.2015


Fotos: Horst Engelhardt und Markus Schneid