20.02.2019, von Markus Schneid, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

Blackout in Köpenick - Nichts geht mehr

Nach der Beschädigung zweier großer Stromkabel bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke in Köpenick kam es zu einem großflächigen Stromausfall in großen Teilen der Berliner Bezirke Köpenick und Lichtenberg.

Durch den Ausfall der Stromversorgung kam es für ca. 30.000 Haushalte zu deutlichen Einschränkungen. Heizungen, Warmwasserversorgung, Handies laden: Alle diese Dinge funktionierten nicht mehr. Zudem wurde der Straßenverkehr durch den Ausfall der Lichtsignalanlagen und Störungen im Bahnverkehr beeinträchtigt. Wichtige Infrastruktureinrichtungen wie Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Abwasserpumpwerke, Schaltanlagen der DB waren ausgefallen und mussten mit Notstrom versorgt werden. Die Einsatzleitung der Berliner Feuerwehr beauftragte das THW mit der Sicherstellung der Notstromversorgung in einigen Krankenhäusern und bei der DB, mit der Erkundung weiterer Einspeisemöglichkeiten und -notwendigkeiten sowie der Unterstützung so genannter „Leuchttürme“ in den betroffenen Stadtgebieten. Kurz nach 17 Uhr am Dienstag erfolgte die Alarmierung der THW-Einsatzkräfte.


Sowohl im Klinikum an der Salvador-Allende-Straße in Köpenick als auch im Klinikum Hedwigshöhe war die Einspeisung von Strom zur Aufrechterhaltung des regulären Krankenhausbetriebes notwendig. Die Fachgruppen Elektroversorgung der THW-Ortsverbände Steglitz-Zehlendorf und Berlin Lichtenberg versorgten mit jeweils großen Aggregaten die Kliniken. Hierzu legten sie eine Zuleitung vom Aggregat auf dem Hof hinein ins hausinterne Netz und speisten den Strom ein.

Der Zugtrupp vom THW-Ortsverband Berlin Treptow-Köpenick erkundete die Lage in mehreren ebenfalls betroffenen Seniorenheimen. Teils war eine Fremdeinspeisung (so der Begriff, wenn der Strom nicht aus dem Netz des Grundversorgers, sondern eben gesondert, z. B. vom THW aus einem Stromerzeuger, eingespeist wird) technisch nicht möglich, weil die Einrichtung nicht entsprechend ausgerüstet war oder es erwies sich als nicht notwendig, da man in den Heimen die Lage nachts im Griff hatte.

An einem Schaltposten der DB speisten Helfer aus dem THW-Ortsverband Tempelhof-Schöneberg Strom ein. Im Wohngebiet an der Ecke Pritstabel-Straße/Grüne Trift unterstützten weitere Helfer vom THW-Ortsverband Berlin Lichtenberg die Berliner Feuerwehr bei der Einrichtung eines sog. „Leuchtturms“. Sie stellten einen Lichtmast auf, montierten den Scheinwerfer und starteten das dazugehörige Stromaggregat. Bei längeren Stromausfällen oder anderen Schadenslagen soll ein solcher hell erleuchteter „Leuchtturm“ Anlaufstelle für die Anwohner sein, die dort zum einen Sicherheit und zum anderen gegebenenfalls auch Auskünfte und Informationen von den Einsatzkräften erhalten können.

Fachberater aus den THW-Ortsverbänden Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin Mitte unterstützten die Feuerwehr in der Einsatzleitstelle, die Einsatzdokumentation übernahmen Helfer aus den Ortsverbänden Berlin Lichtenberg und Berlin Reinickendorf.

Am Mittwoch lösten weitere Einsatzkräfte die erste Nachtschicht ab.

Der Zugtrupp des 1. Technischen Zuges erhielt am Mittwoch den Einsatzauftrag zur Erkundung weiterer möglicher Einsatzorte und unterstützte anschließend die Kameraden vom Ortsverband Berlin Mitte Ortsverbände bei der Einspeisung des Stroms und die Kameraden des DRK bei der Versorgung eines Seniorenheims mit Wärme.

Die Einsätze wurden am Mittwoch gegen 22:30 Uhr beendet. Nach über 30 Stunden war der Strom wieder da. Der größte Stromausfall in Berlin seit Jahrzehnten war damit Geschichte.

19.-20.02.2019




Fotos: THW/Kai-Yong Mohr, Markus Schneid, Daniel Zarske