Große Herbstübung auf Bundeswehr-Areal

Der THW-Ortsverband Reinickendorf hat zusammen mit dem THW-Spandau und THW-Dessau am Tag der deutschen Einheit sowie dem anschließenden Wochenende auf dem Pionierübungsplatz der Bundeswehr in Roßlau (Kreis Anhalt-Zerbst, Sachsen-Anhalt) das Zusammenwirken im Katastrophenfall geprobt. Verstärkt wurden die THW-Kräfte durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Ortsverein Wittenau e.V.. 112 Ehrenamtliche mit rund 50 Fahrzeugen leisteten bei dieser Übung zusammen insgesamt fast 4.000 Dienststunden.

Ausbildung mit dem Sirius-Gerät zur Ortung Verschütteter

Die Planung und Leitung lag in den Händen vom Reinickendorfer Ausbildungsbeauftragten Stephan Bosek sowie vom Dessauer Ortsbeauftragten Matthias Weber und Reinickendorfer  Zugführer Sven Wessoly.

"Nach anhaltend starker Trockenheit kam es im Raum Roßlau zu Waldbränden. Durch beißenden Rauch wurde die Bevölkerung gefährdet, sodass betroffene Personen evakuiert werden mussten", hieß es zur angenommen Lage. Ver- und Entsorgungsleitungen seien unterbrochen. Ein Katastrophen-Szenario mit vielseitigen Möglichkeiten zum Test der Einsatzbereitschaft. Dazu gehörten beispielsweise Bau und Betrieb von Wasserförderstrecken, Einrichten und Unterhalt einer Behelfsunterkunft für rund 100 Personen, Anlegen behelfsmäßiger Wege und Ausleuchten von Schadensstellen.

Spektakuläre Höhepunkte der dreitägigen THW-Übung einschließlich Übernachtung der Helfer im Zeltquartier waren diverse Sprengungen, Übersetzen von Personen mittels einer Elbe-Fähre aus Pontons, ein über 35 Meter langer Fußgängersteg sowie Orten verschütteter Personen mit hochfrequenten elektromagnetischen Wellen. Auch einen überraschenden Nachteinsatz hatte die Übungsleitung für die Beteiligten vorgesehen.

"Schon vor längerer Zeit hatte das Berliner THW ein größeres Übungsgelände gesucht und war auf das von der Bundeswehr zur Verfügung gestellte Areal gestoßen", beschrieb der Dessauer Ortsbeauftragte (OB) Matthias Weber den Beginn der Kooperation. "Der West-Ost- wie Ost-West-Transfer von Know-how im Katastrophenschutz ist für alle Beteiligten ein Gewinn", ergänzte der Reinickendorfer OB Harald Klein.

02.10.2003 - 05.10.2003


Fotos: Lutz Grau, © Lutz Grau 2003, alle Rechte vorbehalten.